
Asthma ist eine chronische entzündliche Erkrankung der Bronchien, die etwa 15 % der Kinder betrifft. Die Bronchien schwellen an, produzieren mehr Sekrete und ziehen sich zusammen, was den Luftstrom behindert und Husten, Pfeifen und Atemnot verursacht.
Allergisches Asthma bei Kindern: die zentrale Rolle der häuslichen Umgebung
Etwa 85 % der Asthmafälle bei Kindern sind allergisch bedingt. Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare, Schimmel und chemische Reizstoffe im Haushalt sind die Hauptauslöser im Alltag. Dieser hohe Anteil bedeutet, dass das Management von Asthma sowohl die Kontrolle der Umgebung als auch die Medikation umfasst.
Konkret enthält die Innenluft oft mehr Allergene als die Außenluft. Duftende Haushaltsprodukte, Kerzen, Duftöler und Luftreiniger setzen flüchtige organische Verbindungen frei, die die Bronchien eines asthmatischen Kindes reizen. Die Verwendung von duftfreien Produkten und das tägliche Lüften des Hauses (außer während der Pollenhochsaison) verringert diese Reizbelastung.
Um Asthma bei Kindern besser zu verstehen, ist es zunächst wichtig, die spezifischen Allergene zu identifizieren, die die Symptome auslösen. Eine allergologische Untersuchung, durchgeführt von einem pädiatrischen Allergologen, ermöglicht es, die Vermeidungsmaßnahmen gezielt zu planen, anstatt alles ohne Unterscheidung zu entfernen.
Konkrete Vermeidungsmaßnahmen zu Hause
- Milbenbezüge auf der Matratze und dem Kissen des Kindes, mindestens alle zwei Wochen bei 60 °C gewaschen
- Regelmäßiges Staubsaugen mit einem Staubsauger mit HEPA-Filter, besonders im Schlafzimmer
- Begrenzung von Plüschtieren im Bett (24 Stunden einfrieren tötet die Milben, dann waschen)
- Keine Wäsche im Innenraum trocknen, da Feuchtigkeit Schimmel begünstigt

Schlafstörungen und Asthma bei Kindern: ein unterschätzter Teufelskreis
Asthma stört häufig den Schlaf von Kindern. Die Symptome verschlimmern sich nachts, teilweise weil die liegende Position und die Abkühlung der eingeatmeten Luft den Bronchospasmus begünstigen. Ein Kind, das nachts hustet, schläft schlecht, und ein Kind, das schlecht schläft, kann sein Asthma am nächsten Tag schlechter bewältigen.
Allergologen berichten, dass die Verschlechterung allergischer Erkrankungen Schlafapnoe bei Kindern verursachen kann. Die daraus resultierende Tagesmüdigkeit führt zu Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhter Reizbarkeit und in einigen Fällen zu erheblichen schulischen Auswirkungen. Dieser Zusammenhang zwischen Asthma, Schlaf und schulischer Leistung wird mit den Familien selten angesprochen.
Die Überwachung der Schlafqualität gibt einen guten Hinweis auf die Kontrolle des Asthmas. Ein Kind, das mehr als zwei Nächte pro Woche wegen Husten oder Atembeschwerden aufwacht, hat unzureichend kontrolliertes Asthma, auch wenn die Tage normal erscheinen. Dieses Signal sollte dazu führen, die Basistherapie mit dem Arzt zu überprüfen.
Aktionsplan gegen Asthma: das Werkzeug, das jeder Elternteil beherrschen sollte
Der Aktionsplan ist ein schriftliches Dokument, das zusammen mit dem Arzt erstellt wird und genau angibt, was je nach Symptomniveau zu tun ist. Er funktioniert in der Regel in drei Zonen, die oft farblich codiert sind.
- Grüne Zone: dem Kind geht es gut, es atmet normal, kann Sport treiben. Die Basistherapie wird wie gewohnt fortgesetzt
- Orange Zone: häufiges Husten, Pfeifen, nächtliches Aufwachen. Der Plan gibt an, welches Notfallmedikament zu verwenden ist, in welcher Dosis und wie lange, bevor man einen Arzt aufsucht
- Rote Zone: ausgeprägte Atemnot, Schwierigkeiten beim Sprechen oder Gehen, bläuliche Lippen. Sofortige Notrufnummer 15 (SAMU) anrufen
Dieser Plan dient nicht nur den Eltern. Er sollte auch an die Schule, die Mensa, das Freizeitcenter und an jede Person weitergegeben werden, die das Kind betreut. Ein asthmatisches Kind muss jederzeit Zugang zu seinem Notfallbronchodilatator haben, auch während des Schulsports.
Inhalationskammer: Die Technik ist ebenso wichtig wie das Medikament
Bei Kindern unter sechs Jahren reicht ein Dosieraerosol allein nicht aus. Das Medikament bleibt im Mund und Rachen, anstatt die Bronchien zu erreichen. Die Inhalationskammer mit Gesichtsmaske löst dieses Problem, indem sie einen Behälter schafft, in dem das Kind während mehrerer Zyklen normal atmet.
Regelmäßige Überprüfung, ob das Kind seine Inhalationskammer korrekt benutzt, gehört zur Nachsorge. Eine falsche Technik verringert die Wirksamkeit der Basistherapie und erweckt den Eindruck, dass die Medikamente nicht wirken, während das Problem mechanischer Natur ist.

Körperliche Aktivität und Asthma bei Kindern: anpassen, ohne einzuschränken
Asthma schließt Sport nicht aus. Im Gegenteil, regelmäßige körperliche Aktivität verbessert die Atemkapazität und die Belastungstoleranz bei asthmatischen Kindern. Schwimmen, Radfahren und aktives Gehen sind besonders geeignet, da sie die Atmung schrittweise fordern.
Belastungsasthma, das sich durch Husten oder Pfeifen während oder kurz nach intensiver körperlicher Betätigung äußert, betrifft einen signifikanten Teil der asthmatischen Kinder. Es wird behandelt, indem man etwa fünfzehn Minuten vor der Anstrengung den Notfallbronchodilatator einnimmt und ein schrittweises Aufwärmen einhält. Kalte und trockene Luft verstärkt dieses Phänomen, was erklärt, warum die Anfälle häufiger im Winter oder in Eishallen auftreten.
Ein Kind in seinen körperlichen Aktivitäten aus Angst vor einem Anfall einzuschränken, hat den gegenteiligen Effekt: De-Conditioning, Gewichtszunahme, soziale Isolation. Die Lehrer und Sporttrainer über die Diagnose zu informieren und ihnen den Aktionsplan zu übergeben, ermöglicht es dem Kind, sicher teilzunehmen.
Asthma bleibt die häufigste Ursache für Schulabsentismus bei Kindern. Eine regelmäßige medizinische Nachsorge, eine gesunde häusliche Umgebung und ein Aktionsplan, der mit dem Umfeld geteilt wird, bilden die Grundlage für ein effektives Management im Alltag. Ein Kind, dessen Asthma gut kontrolliert ist, führt ein normales Leben, rennt, schläft und lernt wie die anderen.